Bonn, den 12.06.09
Damit muss endlich Schluss sein. Es ist höchste Zeit für eine Kehrtwende in der Bildungspolitik, die Bildungsarmut bekämpfen, Chancengleichheit herstellen und gute Bildung für alle gewährleisten muss!
Die GEW fordert daher in ihrem Gewerkschaftstagsbeschluss vom 26. April 2009:
- eine drastische Verbesserung der Finanzierung der Bildungseinrichtungen – nicht trotz, sondern wegen der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise. Investitionen in die Bildungseinrichtungen und in die Zukunftschancen junger Menschen sind das beste Konjunkturprogramm. Bund, Länder und Kommunen müssen mindestens sieben Prozent des Bruttoinlandproduktes in die Bildung investieren, das sind zusätzlich 43 Milliarden Euro jährlich;
- Chancengleichheit für alle jungen Menschen – durch die Realisierung eines Rechtsanspruchs für alle Kinder auf einen Platz in einer Kita oder Krippe, durch eine gute Schule für alle, die die Auslese der Kinder stoppt und ihre individuelle Förderung gewährleistet, durch eine leistungsfähige Kindergrundsicherung bzw. Ausbildungsförderung und die Abschaffung aller Bildungsgebühren von der Kita bis zur Uni;
- einen radikalen Kurswechsel im Bologna-Prozess, der die soziale Dimension des europäischen Hochschulraums stärkt, die uneingeschränkte Durchlässigkeit vom Bachelor zum Master gewährleistet, die Studierfreiheit sichert, die Mobilität im nationalen und internationalen Rahmen fördert und die Qualität von Lehre und Studium verbessert;
- Innovation durch Partizipation in Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen statt Autonomie durch Autokratie – durch einen Ausbau der Mitbestimmungs- und Selbstverwaltungs-rechte von Studierenden, Schülerinnen und Schülern sowie Beschäftigten und durch die Sicherung und den Ausbau der staatlichen Verantwortung für das Bildungswesen,
- eine Verbesserung der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen der an den Bildungseinrichtungen Beschäftigten – durch tariflich geregelte, sozial abgesicherte und angemessen vergütete Beschäftigungsverhältnisse für alle Kolleginnen und Kollegen an Schulen, Hochschulen, Kitas und Weiterbildungseinrichtungen. Die Qualität der Bildung und die Qualität der Arbeit sind zwei Seiten einer Medaille!
Es ist höchste Zeit für eine Protestbewegung, in der Studierende, Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Lehrkräften, Pädagoginnen und Pädagogen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und allen anderen im Bildungsbereich Beschäftigten an einem Strang ziehen, um den Forderungen nach einer Kehrtwende in der Bildungspolitik Nachdruck zu verleihen.
Gemeinsam gegen die Bildungskatastrophe – für gute Bildung und gute Arbeit! Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die Beschäftigte in allen Bildungseinrichtungen von der Kita bis zur Uni sowie Studierende organisiert, unterstützt daher den Aufruf zum Bildungsstreik 2009.